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Weinwissen · 3 Min. Lesezeit ·

Warum tranken Könige Wein? Und woran erkannten sie den besten?

Seit 3'000 Jahren zeigt man mit Wein, wer man ist. Pharaonen liessen Jahrgang und Winzer auf die Krüge schreiben, ein Römer prägte den ersten Kultjahrgang, und ein Kaiser liess die Weine von Bordeaux in Ränge einteilen. Was daraus bis heute geblieben ist, und welche drei Flaschen im Sortiment diese Geschichte tragen.

Warum tranken Könige Wein? Und woran erkannten sie den besten?

Das erste Etikett ist 3'300 Jahre alt

Als 1922 das Grab des Tutanchamun geöffnet wurde, fand man darin Dutzende Weinkrüge. Auf jedem stand in Tinte: das Erntejahr, der Name des Weinguts, der Name des Kellermeisters und die Qualität. Das ist im Kern das Etikett, das heute auf jeder Flasche klebt. Ein Pharao nahm nicht irgendeinen Wein mit ins Jenseits. Er nahm den nachweisbar besten.

Wein war damals wie heute knapp, empfindlich und teuer im Transport. Wer ihn hatte, hatte Land, Arbeiter, Keller und Zeit. Wer den besten hatte, hatte all das im Überfluss. Deshalb wurde Wein zum Zeichen des Ranges, lange bevor jemand über Aromen sprach.

Rom: der erste Kultjahrgang

Die Römer machten daraus ein System. Der berühmteste Wein des Reiches kam vom Falerner Berg in Kampanien, und der berühmteste Jahrgang war der von 121 vor Christus, benannt nach dem Konsul Opimius. Plinius der Ältere schrieb über hundert Jahre später, dass man ihn noch trank. Ein Gastgeber, der Opimianer einschenkte, sagte damit: Ich kann mir etwas leisten, das niemand mehr kaufen kann. Das Prinzip des Sammlerweins war geboren.

Frankreich: Krönungen und ein Kaiser mit Ordnungssinn

Die Könige Frankreichs wurden in Reims gekrönt, mitten in der Champagne. Der Wein der Region wurde zum Wein der Krönungsfeste, und als er im 17. Jahrhundert zu perlen begann, zum Wein des Hofes von Versailles. Champagner ist bis heute der Wein, den man öffnet, wenn etwas gefeiert wird, weil man damit seit 300 Jahren Krönungen feiert.

1855 wollte Kaiser Napoleon III. an der Weltausstellung in Paris die besten Weine des Landes zeigen. Die Händler von Bordeaux teilten die Weingüter des Médoc nach dem Preis, den sie seit Jahrzehnten erzielten, in fünf Klassen ein. Diese Liste gilt fast unverändert bis heute. Ein Premier Cru von 1855 ist ein Premier Cru von 2026. Kein anderes Produkt der Welt hat eine Rangliste, die 170 Jahre überdauert hat.

Piemont: der Wein der Könige

Im 19. Jahrhundert liessen sich die Könige von Savoyen, die späteren Könige Italiens, in den Hügeln um Barolo Weinberge anlegen. Der Wein, den man dort aus der Nebbiolo-Traube machte, bekam den Beinamen, den er bis heute trägt: il vino dei re, il re dei vini. Der Wein der Könige, der König der Weine. Barolo ist streng, braucht Jahre und belohnt Geduld. Genau das machte ihn zum Wein derer, die Zeit hatten.

Woran erkannte man den besten?

An denselben Dingen wie heute. Herkunft: eine Lage, die man beim Namen nennen konnte. Jahrgang: ein Jahr, von dem man wusste, dass es gut war. Alter: Wein, der Jahre überstanden hatte, bewies damit seine Qualität, denn schlechter Wein wurde in dieser Zeit zu Essig. Knappheit: was es nur in kleinen Mengen gab. Der Pharao, der Konsul, der Kaiser und der König fragten nach genau den vier Dingen, die auf einem guten Etikett stehen.

Drei Flaschen mit dieser Geschichte im Sortiment

Barolo El Pì Bon, Monforte d'Alba, CHF 79.00. Der König der Weine, aus einer der besten Gemeinden des Gebiets. Mindestens 38 Monate Reife vor dem Verkauf. Öffnen Sie ihn eine Stunde vorher, oder lassen Sie ihn fünf Jahre liegen.

Grand Augustin, Saint-Émilion Grand Cru, CHF 65.00. Bordeaux mit Klassifikation. Saint-Émilion hat seine eigene Rangliste, und Grand Cru ist die Stufe, ab der ein Château seinen Namen behalten darf.

La Croix Blanche, Champagne, CHF 89.90. Der Wein der Krönungen, extra brut, also so trocken, wie es die Höfe damals nicht kannten und die Kenner heute bevorzugen.

Und für die, die den römischen Weg gehen wollen: Angelo DiVino Amarone Riserva, CHF 99.90, aus getrockneten Trauben, wie es schon die Römer im Veneto machten.

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