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Menschen & Weingüter · 3 Min. Lesezeit ·

Warum kommt der Weinberater zu Ihnen nach Hause? 350 Jahre Pieroth

1675 begann eine Familie an der Nahe, Wein zu machen. 1953 erfanden zwei Brüder die Weinprobe im Wohnzimmer, weil niemand ein Auto hatte. Heute liefert Pieroth in der Schweiz 480'000 Flaschen im Jahr und 127 Weine, die es sonst nirgends gibt. Warum das Modell bis heute funktioniert, und was Sie davon haben.

Warum kommt der Weinberater zu Ihnen nach Hause? 350 Jahre Pieroth

Burg Layen, 1675

Burg Layen ist ein Dorf an der Nahe, einem Nebenfluss des Rheins bei Bingen. Steile Lagen, Schiefer und Quarzit im Boden, Riesling an den Hängen. Dort begann die Familie Pieroth 1675 mit Landwirtschaft und Weinbau. 1704 sind Rebberge im Familienbesitz dokumentiert, in den 1870er-Jahren kaufte die Familie weitere Lagen dazu und konzentrierte sich auf den Wein.

Das Weingut gibt es bis heute. Es bewirtschaftet rund 25 Hektaren in Burg Layen, und zwei seiner Weine stehen im Sortiment: das Grosse Gewächs aus der Lage Burg Layer Hölle, ein trockener Riesling, CHF 34.90, und der Burg Layer Schlosskapelle Riesling, süss und fruchtig, CHF 25.90.

1926: Der Wein kommt in die Flasche

Wein wurde bis weit ins 20. Jahrhundert im Fass an Händler verkauft, die ihn selbst abfüllten. Wer die Flasche kaufte, wusste nicht, was der Händler damit gemacht hatte. Pieroth begann 1926, den Wein selbst abzufüllen und direkt an Kundinnen und Kunden zu liefern. Das klingt heute selbstverständlich. Damals war es ein Bruch mit dem Handel.

1953: Die Weinprobe im Wohnzimmer

Die eigentliche Erfindung kam eine Generation später. Nach dem Krieg hatten wenige Menschen ein Auto, und niemand fuhr an die Nahe, um Wein zu probieren. Die Brüder Elmar und Kuno Pieroth drehten die Sache um: Wenn die Kunden nicht zum Wein kommen, kommt der Wein zu den Kunden. Ein Weinberater bringt eine Auswahl mit, man probiert gemeinsam am Küchentisch, ohne Kaufzwang, und bestellt, was gefällt.

Pieroth war damit das erste deutsche Weingut, das seinen Wein im Direktvertrieb verkaufte. Das Modell wurde so erfolgreich, dass 1960 die erste Niederlassung im Ausland eröffnete, in Großbritannien. Heute ist Pieroth in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Italien und der Schweiz tätig.

Pieroth in der Schweiz

Pieroth SA hat ihren Sitz in Cham im Kanton Zug. 69 Mitarbeitende, 480'000 Flaschen im Jahr, 127 Weine, die es in der Schweiz nur hier gibt. Das Prinzip von 1953 gilt unverändert: Der Weinberater kommt nach Hause, die Degustation ist kostenlos und unverbindlich.

Dieser Onlineshop ist die Ergänzung dazu. Wer seinen Wein kennt, bestellt hier nach. Wer ihn noch sucht, kann sich beraten lassen.

Die Qualitätsgarantie

Jeder Wein im Sortiment wurde von den Weinexperten des Hauses verkostet, bevor er ins Programm kam. Stellt ein Kunde einen Mangel fest, meldet er ihn dem Kundendienst und erhält Ersatz. Das steht so in den AGB, seit Jahrzehnten, und es ist der Grund, warum Pieroth-Kunden oft über Generationen bleiben.

Was Sie davon haben

Drei Dinge. Erstens: Weine, die es im Detailhandel nicht gibt, weil sie exklusiv für Pieroth abgefüllt werden. Zweitens: eine Beratung, die zu Ihnen kommt, wenn Sie das möchten. Drittens: 350 Jahre Erfahrung im Umgang mit dem, was in der Flasche ist.

Und ein Wein, der zeigt, dass ein altes Weingut nicht stehen bleibt: der Weingut Pieroth Orange Wine, CHF 24.90, ein Weisswein, der wie ein Rotwein auf den Schalen vergoren wurde. Trocken, kräftig, ungewöhnlich.

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