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Weinwissen · 2 Min. Lesezeit ·

Welche Flasche hinterlässt Eindruck? Wein schenken ohne Fehlgriff

Wein ist das häufigste Mitbringsel der Schweiz und das am häufigsten falsch gewählte. Warum der Wein vom Grossverteiler nach Grossverteiler aussieht, welche Flasche ein Kenner wirklich öffnet, und mit welchen zwei Sätzen auf der Karte aus 30 Franken ein Geschenk wird, das man nicht vergisst.

Welche Flasche hinterlässt Eindruck? Wein schenken ohne Fehlgriff

Die Regel, die alles vereinfacht

Sie schenken nicht den Wein, den Sie mögen. Sie schenken den Wein, den die andere Person öffnen wird. Das klingt banal, aber es ändert die Auswahl: Ein Barolo für jemanden, der sonntags gern einen weichen Merlot trinkt, bleibt jahrelang im Schrank. Ein Wein, der schon heute Abend Freude macht, ist das bessere Geschenk.

Wenn Sie den Geschmack nicht kennen, gilt: rot, mittelkräftig, fruchtig, nicht zu trocken, nicht zu süss. Das trifft acht von zehn Menschen.

Vier Situationen

Zum Abendessen eingeladen (CHF 20 bis 30). Der Wein soll heute Abend geöffnet werden können und zu fast allem passen. Ripasso Classico Superiore Valpolicella, CHF 28.90: samtig, warm, passt zu Braten wie zu Pasta, und der Name klingt nach mehr, als er kostet. Weiss als Alternative: Ligeris Sauvignon Blanc, CHF 29.90.

Dankeschön an Nachbarn, Lehrerin, Handwerker (CHF 20 bis 25). Unkompliziert, sympathisch, ohne Etikette. Primitivo Capolavoro, CHF 23.90, ist der Wein, den fast alle mögen: weich, fruchtig, ein Hauch Süsse. Oder ein Rosé im Sommer: Chiaretto di Bardolino, CHF 21.90.

Für jemanden, der sich auskennt (CHF 50 bis 100). Kein Mainstream, sondern etwas mit Geschichte. Immortale Di Giodo, Nerello Mascalese vom Ätna, CHF 99.90, oder der Grand Augustin Saint-Émilion Grand Cru, CHF 65.00. Beide kann man auch fünf Jahre liegen lassen, das ist bei Kennern ein Argument.

Geburtstag, Jubiläum, Pensionierung (CHF 80 bis 120). Hier darf es Schaumwein sein, weil er den Anlass markiert. La Croix Blanche Champagne, CHF 89.90. Oder ein Digestif, der lange hält und an den Anlass erinnert: L'Héritage du Dom Cognac V.S.O.P., CHF 120.00.

Was Sie vermeiden sollten

  • Die Flasche vom Grossverteiler, die alle kennen. Sie kann gut sein, aber das Geschenk wirkt, als hätten Sie es unterwegs geholt.
  • Süsswein an Unbekannte. Wer Süsswein liebt, freut sich riesig. Alle anderen wissen nicht, wann sie ihn trinken sollen.
  • Wein ohne Anhaltspunkt. Zwei Sätze auf einer Karte («Passt zu Ihrem Risotto», «Am besten leicht gekühlt») machen aus einer Flasche ein durchdachtes Geschenk.
  • Die teuerste Flasche, um sicherzugehen. Ein 100-Franken-Wein an jemanden, der Wein nicht besonders mag, ist Geld, das niemandem Freude macht.

Verpackung

Schlicht. Packpapier, ein Band, eine Karte. Geschenkboxen aus dem Supermarkt sehen nach Supermarkt aus. Und: Nicht am Vortag in den Kofferraum legen, wenn es im Sommer 30 Grad hat.

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