Welcher Wein macht das Date zum Erfolg?
Die meisten wählen beim ersten Abendessen den Wein, der beeindrucken soll. Das ist der Fehler. Was die meisten Menschen wirklich mögen, warum ein Hauch Süsse verführerischer ist als ein grosser Name, und welche vier Flaschen den Abend tragen.
Der Wein, der beeindrucken soll, schmeckt selten
Wer jemanden zum Essen einlädt, greift gern zur Flasche mit dem grössten Namen: Barolo, Bordeaux, ein kräftiger Cabernet. Das Problem: Diese Weine sind trocken, tanninreich und brauchen Zeit, Essen und Übung. Beim ersten Glas wirken sie hart. Das Gegenüber lächelt höflich und trinkt Wasser.
Was die meisten Menschen wirklich mögen, ist seit Jahrzehnten bekannt, und die Weinbranche redet ungern darüber: fruchtig, weich, ein Hauch Süsse, wenig Tannin. In Blindverkostungen bewerten Einsteiger halbtrockene Weine regelmässig höher als trockene, während sie im Laden «trocken» verlangen. Verkaufszahlen zeigen dazu, dass Frauen im Schnitt etwas häufiger zu fruchtigen, leicht süssen Weissweinen greifen als Männer. Die Streuung ist gross, aber als Ausgangspunkt für einen Abend, an dem Sie den Geschmack noch nicht kennen, ist das die beste Wette.
Was verführerisch ist
Verführerisch ist ein Wein, der sofort gefällt und nicht erklärt werden muss. Duft nach reifer Frucht, Blüten oder Honig. Ein weicher Auftakt. Eine Süsse, die man nicht als Süsse wahrnimmt, sondern als Rundheit. Und Bläschen, weil Bläschen Leichtigkeit signalisieren, bevor das erste Wort gesprochen ist.
Vier Flaschen für den Abend
Zum Ankommen: Prosecco Superiore. Kein Champagner, der wirkt wie ein Antrag. Ein feiner Prosecco aus den Hügeln von Asolo: Prima Donna di Stato, CHF 29.90. Trocken, aber mit Birne und Blüten, und der Name macht am Tisch etwas her.
Zum Essen, weiss: der halbtrockene Chardonnay. Sip & Kick Chardonnay & Neuburger aus dem Burgenland, CHF 22.90. Halbtrocken, cremig, mit gelber Frucht. Passt zu Poulet, Risotto, Fisch mit Sauce, Pasta mit Rahm. Der Wein, den fast alle beim zweiten Glas nachschenken lassen. Alternative mit mehr Süsse und Blütenduft: La Storia d'Amore Moscato, CHF 26.90, dessen Name schon die halbe Arbeit macht.
Zum Essen, rot: weich und warm. Wenn es Fleisch gibt: Primitivo Capolavoro, CHF 23.90. Halbtrocken, samtig, Pflaume und Kirsche, kein Tannin, das kratzt. Oder eine Stufe eleganter: Ripasso Classico Superiore, CHF 28.90.
Zum Dessert oder statt Dessert. Moscato Giallo, CHF 27.90: süss, leicht, nach Orangenblüte. Ein Glas davon zu Erdbeeren oder Schokolade ersetzt jede Nachspeise.
Drei Dinge, die den Unterschied machen
- Temperatur. Weiss und Schaumwein kalt, 8 Grad. Rot leicht gekühlt, 16 Grad. Ein warmer Rotwein riecht nach Alkohol, und das ist kein guter erster Eindruck.
- Gläser. Zwei richtige Weingläser mit Stiel. Sie kosten zehn Franken und verändern, wie der Wein wahrgenommen wird. Wasserglas ist ein Signal, und kein gutes.
- Weniger ist mehr. Eine Flasche für zwei reicht für einen Abend, der gut ausgeht. Wer die zweite öffnet, tut es am besten mit einem Wein, an den man sich erinnert.
Für das zweite Date
Wenn das erste gut war, darf die Flasche mehr sagen. La Croix Blanche Champagne, CHF 89.90, extra brut, fein, ohne Pomp. Oder, wenn Sie inzwischen wissen, dass Rotwein willkommen ist: Angelo DiVino Amarone Riserva, CHF 99.90. Ein Wein, den man nicht vergisst. Das ist in dieser Situation der Punkt.