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Weinwissen · 2 Min. Lesezeit ·

Warum schmeckt Ihr Rotwein im Restaurant besser als zu Hause?

Dieselbe Flasche, zwei völlig verschiedene Weine. Der Unterschied sind meistens fünf Grad. Warum «Zimmertemperatur» ein Irrtum aus dem 19. Jahrhundert ist, warum ein Wein für 80 Franken bei 22 Grad wie einer für 15 schmeckt, und wie Sie das in 20 Minuten beheben.

Warum schmeckt Ihr Rotwein im Restaurant besser als zu Hause?

Zimmertemperatur ist ein Irrtum

«Rotwein bei Zimmertemperatur» stammt aus einer Zeit, in der Zimmer 16 Grad hatten. Heute sind es 22. Bei 22 Grad tritt der Alkohol in den Vordergrund, der Wein riecht spritig und schmeckt breit. Fast jeder Rotwein gewinnt, wenn er 20 Minuten im Kühlschrank war.

Beim Weisswein ist es umgekehrt. Aus dem Kühlschrank kommt er mit 4 bis 5 Grad. So kalt schmeckt jeder Wein nach nichts, weil die Aromen gebunden bleiben. Ein guter Weisswein braucht 10 bis 12 Grad, also 20 Minuten auf dem Tisch, bevor Sie ihn öffnen.

Die Tabelle

Wein Temperatur So erreichen Sie sie
Schaumwein, Prosecco 6 bis 8 °C 3 Stunden Kühlschrank oder 20 Minuten im Eiswasser
Leichter Weisswein, Rosé 8 bis 10 °C Aus dem Kühlschrank, 10 Minuten warten
Kräftiger Weisswein (Chardonnay mit Holz, gereifter Riesling) 10 bis 12 °C Aus dem Kühlschrank, 20 bis 30 Minuten warten
Leichter Rotwein (Merlot jung, Pinot Noir, Zweigelt) 13 bis 15 °C 30 Minuten Kühlschrank
Kräftiger Rotwein (Amarone, Barolo, Primitivo) 16 bis 18 °C 15 bis 20 Minuten Kühlschrank
Süsswein 8 bis 10 °C Aus dem Kühlschrank, 10 Minuten warten

Ein Grad Unterschied merkt niemand. Aber fünf Grad merkt jeder.

Der schnellste Weg: Eiswasser

Ein Kübel mit kaltem Wasser und einer Handvoll Eiswürfel kühlt eine Flasche in 15 bis 20 Minuten von 22 auf 8 Grad. Eis allein braucht dreimal so lange, weil Luft schlecht leitet. Das Tiefkühlfach funktioniert auch, aber vergessen Sie die Flasche nicht: Nach 45 Minuten ist sie zu kalt, nach zwei Stunden geplatzt.

Was Sie sich sparen können

Weinkühlschränke sind sinnvoll, wenn Sie Wein lagern. Zum Servieren reicht der normale Kühlschrank und ein Timer.

Dekantieren hilft jungen, kräftigen Rotweinen (Barolo, Amarone, Cabernet) und schadet alten, feinen Weinen. Wer unsicher ist, öffnet die Flasche eine Stunde vorher und lässt sie stehen. Das ist nicht dasselbe wie Dekantieren, aber es schadet nie.

Thermometer brauchen Sie nicht. Fassen Sie die Flasche an: Fühlt sie sich kühl an, aber nicht kalt, sind es etwa 14 Grad. Das ist für die meisten Rotweine richtig.

Ein Test, der überzeugt

Öffnen Sie einen Primitivo, etwa den Primitivo Capolavoro, CHF 23.90. Schenken Sie ein Glas bei 22 Grad ein und stellen Sie die Flasche 20 Minuten in den Kühlschrank. Dann das zweite Glas. Der Unterschied ist grösser, als Sie erwarten, und Sie werden Rotwein nie wieder warm trinken.

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