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Rebsorten & Regionen · 2 Min. Lesezeit ·

Primitivo für 24 oder 43 Franken: Was bekommt man für den Unterschied?

Vor 25 Jahren kannte ihn kaum jemand, heute ist er einer der meistverkauften Rotweine der Schweiz. Warum Primitivo beim ersten Schluck gefällt, warum er in Kalifornien anders heisst, und was in der Flasche für 43 Franken passiert, das in der für 24 nicht passiert.

Primitivo für 24 oder 43 Franken: Was bekommt man für den Unterschied?

Der Wein, der niemandem wehtut

Es gibt Rotweine, die man lernen muss. Barolo, Bordeaux, Nebbiolo aus dem Piemont: Beim ersten Glas oft sauer, hart, verschlossen. Primitivo ist das Gegenteil. Weich, warm, dunkelfruchtig, mit einer Süsse, die nicht aus Zucker kommt, sondern aus sehr reifen Trauben. Er schmeckt beim ersten Schluck so, wie viele Menschen sich Rotwein wünschen. Deshalb ist er in den letzten 20 Jahren vom Schwerarbeiter-Wein zum Verkaufsschlager geworden.

Die Traube

Der Name kommt von «primo», der Erste: Primitivo reift früher als fast alle anderen Sorten, in Apulien oft schon Mitte August. Die Trauben werden extrem süss, entsprechend hoch ist der Alkohol, 14 bis 15 Prozent sind normal. Das ist kein Fehler, sondern Teil des Charakters.

Die Sorte wächst fast ausschliesslich in Apulien, dem Absatz des italienischen Stiefels, vor allem rund um Manduria und im Salento. Die Reben stehen dort oft als Alberello, als niedrige Buschreben ohne Drahtrahmen, manche über 80 Jahre alt. Der Ertrag ist klein, die Konzentration hoch.

Der Zwilling in Kalifornien

Eine der schönsten Geschichten der Weinwelt: Jahrzehntelang galt Zinfandel als die urkalifornische Rebsorte, während Primitivo als apulische Spezialität lief. In den 1990er-Jahren zeigten DNA-Analysen an der Universität Davis: Es ist dieselbe Sorte. Beide stammen von einer kroatischen Traube namens Crljenak Kaštelanski ab, die über die Adria nach Italien und über Auswanderer nach Amerika kam. Wer Zinfandel mag, mag Primitivo, und umgekehrt.

Drei Stile aus dem Sortiment

Der Einstieg: Primitivo Capolavoro IGP Salento, CHF 23.90. Halbtrocken, sehr weich, viel Pflaume und Kirsche. Der Wein für den Feierabend, für Gäste, die Rotwein sonst zu herb finden, und für Grilliertes.

Der Ernste: Capo dei Capi, CHF 39.90. Trocken, dichter, mit Holz ausgebaut. Zeigt, dass Primitivo auch Tiefe kann. Zu Schmorbraten, Lamm, gereiftem Käse.

Der Besondere: Cuore di Tenebra Rosso Passito, CHF 42.90. Primitivo, Negroamaro und Malvasia aus angetrockneten Trauben, nach dem Vorbild des Amarone. Konzentriert, fast schokoladig, ein Wein für den Winterabend.

Und als Rosé: Caporosa Primitivo Rosé, CHF 22.90, trocken und deutlich kräftiger als ein Provence-Rosé.

So schmeckt er am besten

Leicht gekühlt, 16 Grad, nicht wärmer. Bei Zimmertemperatur drängt sich der Alkohol vor. Zu Grill, Pizza mit Salami, Pasta mit Ragù, Auberginen aus dem Ofen, und zu allem, was aus der Region kommt: Orecchiette, Burrata, Taralli.

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